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Lernbox

Die Lernbox (auch Lernkasten, Lernkartei) dient dem effizienteren Wiederholen. Sie besteht aus mehreren verschieden großen Fächern, in denen sich Karteikarten mit dem zu lernenden Stoff befinden. Bei einer Aufteilung in fünf Fächer beginnt man damit, neue Karten in das erste und kleinste Fach zu stellen. Anschließend werden die Karten der Reihe nach aus dem Kasten entnommen und überprüft, ob der darauf enthaltene Stoff schon gelernt ist.
[Beispiel: Vordere Seite der Karte deutsches Wort, Rückseite französische Übersetzung]
War die Antwort korrekt, so wandert die Karte ins nächste, etwas größere Fach. War sie nicht korrekt, so kommt die Karte zurück hinter die anderen Karten im ersten Fach.
Ist so das erste Fach einmal durchlaufen werden neue Karten nachgefüllt. Dies macht man so lange, bis das zweite Fach fast voll ist. Auch hier werden die Karten der Reihe nach entnommen, gelernte wandern ins dritte Fach, vergessene zurück ins erste. Analog verfährt man mit dem vierten und fünften Fach, Richtige eins weiter, Falsche zurück zum Start/ersten Fach.

Das System bietet zwei große Vorteile:
  1. Schlecht im Gedächtnis Haftendes wird öfter und in kürzeren Zeitabständen wiederholt, schon Gelerntes durchläuft den Kasten problemlos.
  2. Durch die zum letzten Fach hin immer größer werdenden Fächer werden die Zeitabstände bis zum nächsten Auftauchen einer Karte immer größer. Um es bis durch den letzten Kasten zu schaffen muss der Karteninhalt mehrere Wochen im Gedächtnis geblieben sein. Da die Vergessenskurve vor allem in den ersten Tagen sehr steil ist, nach einigen Tagen aber fast flach wird, sind solche über Wochen behaltene Inhalte praktisch "für ewig" gelernt.

Die Nachteile der Lernbox sind eigentlich vernachlässigbar. Die Box muss gebaut werden, Inhalte müssen für die Karten aufbereitet werden, die Karten müssen beschriftet und regelmäßig durchgearbeitet werden. Die Karten werden immer nur gelesen und der Nutzer muss selber entscheiden, ob seine Antwort richtig ist. Außerdem ist der Kasten selber sperrig und sollte tunlichst nicht fallen gelassen werden, damit die Ordnung der Karten nicht verloren geht.
Die Lernbox ist seit spätestens Mitte der sechziger Jahre bekannt, die mir bekannten Quellen beziehen sich auf das Buch "So lernt man lernen" des Lernpsychologen Sebastian Leitner. Trotzdem kann man nicht gerade behaupten, dass ihr Einsatz weit verbreitet wäre. Dies ist zum Teil wohl auf die gerade genannten Nachteile zurückzuführen, zum Teil auch auf Nichtförderung dieser Methode in der Schule, wo sie zwar des öfteren SchülerInnen empfohlen wird, aber immer freiwillige Zusatzarbeit bleibt, da für die Benotung dann doch das leichter zu bewertende Vokabelheft herangezogen wird.

Der (kostenlose) "Lernkasten" von memomo nimmt die Lernbox als Vorbild. Gegenüber der Papiervariante haben wir einige Vorteile, so z.B. bessere Analysemöglichkeiten des Lernens, weniger Erstaufwand für den Einzelnen, "dynamische Karteikarten", Multimediaelemente für Multikanalität, Hypertextelemente für Erläuterungen/Vertiefungen und Verfügbarkeit an jedem Ort mit Netzzugang.

last changed 2011-03-13; last revision 2005-02-25 © memomo